Direkt zum Inhalt springen
EUTB direkt - hier können Sie direkt mit der EUTB in Kontakt treten

Informationen von Betroffenen für Betroffene

Aus den Erfahrungen Anderer lernen – Für diesen Zweck hält die EUTB hier Informationen und Berichte von Betroffenen für Betroffene bereit. Wenn Sie eine Erfahrung beitragen möchten wenden Sie sich bitte an unser Berater*innen-Team unter Kontakt.

Leben mit Assistenz während Corona-Zeiten – ein Erfahrungsbericht

Viele Menschen mit Behinderung sind auf Assistenz und Unterstützung angewiesen, um selbstbestimmt und nach ihren Wünschen leben zu können. Hanna Jungnickel, Leiterin der EUTB Bunter Kreis Nachsorge und selbst Assistenznehmerin, hat sich mit einer Betroffenen über deren Erfahrungen zum Leben mit Assistenz während der Pandemie ausgetauscht.
Sie ist Tetraspastikerin, sitzt auf Grund ihrer Behinderung im Rollstuhl und ist rund um die Uhr auf Unterstützung durch Assistent*innen angewiesen. Um anderen Betroffenen einen kleinen Einblick in die aktuellen Herausforderungen zu geben und ihnen Mut zu machen, an ihren eigenen Zielen und Wünschen für ein selbstbestimmtes Leben festzuhalten, hat sie einen Erfahrungsbericht geschrieben:

„Mein Alltag in Covid-19-Zeiten findet zurückgezogener, zu Hause und online im Internet statt.
Obwohl ich überwiegend daheim bin, bin ich sowohl privat als auch beruflich viel im Netz unterwegs. Dabei habe ich trotzdem das Gefühl, mehr Kontakt zu Mitmenschen zu haben und mehr in Gesellschaft zu sein als vor Corona, weil sich die Leute mehr verbinden, Interesse an ihrem Gegenüber haben und des Öfteren hören, bzw. wissen wollen wie es mir geht.
Dies zeigt mir, dass das Internetzeitalter auch Vorteile haben kann.
Jedoch freue ich mich bereits jetzt schon darauf, wenn ich wieder Familie, Freunde und Bekannte unbeschwert treffen darf.
Was die Pflege im Alltag mit den Assistent*innen betrifft, so ist sie sowohl für sie als auch für mich wesentlich zeitaufwendiger.
Zeitaufwendiger bedeutet, die Schutzmaßnahmen wie Mundschutz, Handschuhe bei jeglicher Annäherung bzw. jedem Transfer oder beim Ankleiden bzw. Entkleiden zu beachten und anzulegen. Manchmal ist das ganz schön nervig, weil ich rechtzeitig überlegen muss, wann ich pflegerische Unterstützung brauche. Um gesund zu bleiben, sind diese Maßnahmen jedoch für Assistenznehmer*in und Assistenzkraft zu empfehlen.
Kreativer bin ich in dieser Zeit auch geworden. Das heißt, ich habe meine eingeschlafenen Hobbys wieder aufleben lassen, wie zum Beispiel backen, kochen, lesen, im Wald spazieren/ rollen, Musik hören und vieles mehr.
Ich wünsche allen, dass ihr trotzdem versucht, das durchzusetzen, was ihr wollt, braucht und euch wünscht sowie eine kurzweilige und gesunde Zeit.“

Das Tetra-Team: Vernetzungs- und Austauschplattform für Menschen mit Querschnittlähmung

Jürgen Winkler, ehrenamtlicher Peer- Berater bei der EUTB Bunter Kreis Nachsorge ist  seit einem Badeunfall querschnittgelähmt. Gemeinsam mit anderen Betroffenen hat er 2009 das Tetrateam gegründet.

Das Tetrateam ist ein weltweiter Zusammenschluss von Menschen mit Tetraplegie. Die Plattform bietet viele praktische Hinweise für eine möglichst eigenständige Lebensführung im Rollstuhl. Dort können Betroffene auch Kontakt zu anderen Menschen finden, die nach einer Querschnittlähmung ihr Leben mit dem Rollstuhl bewältigen. Weitere Informationen und Hintergründe finden Interessierte unter folgendem Link: www.das-tetrateam.de

Wo Sie Rat und Hilfe finden:

Die EUTB Bunter Kreis Nachsorge berät kostenlos und unabhängig zu allen Fragen rund um Assistenz, persönliches Budget und selbstbestimmtes Leben mit Behinderung. Das Team der EUTB ist Montag bis Donnerstag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr sowie Freitag von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr gerne für Sie da! Sie erreichen uns unter Telefon 0821 400-4909 oder per Mail an teilhabeberatung@bunter-kreis.de.
Gerne können Sie auch eine Beratung mit einem unserer ehrenamtlichen Peers vereinbaren, wenn Sie sich mit anderen Betroffenen auf Augenhöhe austauschen möchten.