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Erfahrungen und Wissen weitergeben

Bunter Kreis schult „Peer-Berater“ für Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung

Peer-Beratung, also Beratung von Betroffenen für Betroffene, bietet die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Menschen aus dem Landkreis Augsburg. Dafür wurden in den letzten Monaten fünf ehrenamtliche Beraterinnen und Berater geschult, die selbst mit einer Behinderung leben und künftig ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben. Ziel des Angebots ist es, die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen zu stärken.

 

Wie bewältige ich meinen Alltag im Rollstuhl? Was muss ich beachten, wenn ich eine Reha-Maßnahme beantrage? Wer baut mein Auto behindertengerecht um? Diese und viele weitere Fragen stellen sich Menschen, die mit einer Behinderung leben. Hilfe bietet die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB).

 

Gelebte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung

Auftrag der EUTB ist die Beratung von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. Themen sind unter anderem Angebote und Leistungen im Bereich der Teilhabe und Rehabilitation. Die Beratung erfolgt dabei unabhängig von Kostenträgern und Leistungserbringern. Sie soll Menschen mit Behinderung in ihrer Selbstbestimmung stärken und ihre Teilhabe fördern. Die EUTB des Bunten Kreises berät Menschen aus dem Landkreis Augsburg, steht aber auch Ratsuchenden aus anderen Regionen offen.

 

Besondere Bedeutung im Rahmen der EUTB hat das so genannte „Peer Counseling“: die Beratung von Betroffenen durch andere Betroffene. In der Augsburger Beratungsstelle arbeiten Beraterinnen und Berater mit und ohne Behinderung zusammen. „Dadurch leben wir Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung im täglichen Miteinander“, sagt Hanna Jungnickel, Leiterin der EUTB beim Bunten Kreis. Ergänzt und gestärkt wird dieser Beratungsansatz durch fünf Ehrenamtliche, die in den vergangenen Monaten für diese Tätigkeit geschult wurden und dabei auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen können.

 

In sechs Modulen setzten sich die künftigen Peer-Beraterinnen und -Berater mit ihrer Behinderung auseinander, lernten verschiedene Beratungstechniken kennen und übten

deren praktische Anwendung. Aufgrund der Corona-Maßnahmen fanden Teile der Ausbildung online statt. Den Abschluss bildete jeweils eine Tandem-Beratung, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit einer der hauptamtlichen Beraterinnen durchführten.

 

Vorbild für Betroffene

„Wir freuen uns sehr, unseren Ratsuchenden dieses Angebot der ehrenamtlichen Beratung durch andere Betroffene machen zu können“, sagt Hanna Jungnickel, die die Schulung gemeinsam mit Peer-Counselorin Yvonne Wiedenmann durchführte. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie gewinnbringend es sein kann, sich mit anderen Betroffenen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, austauschen zu können. Peer-Berater und -Beraterinnen wirken für Betroffene oft wie Vorbilder.“

 

Mit Rat und Tat zur Seite stehen

Künftig stehen die ausgebildeten ehrenamtlichen Peer-Berater für Gespräche zur Verfügung. „Ich selbst habe sehr viel von anderen Betroffenen gelernt und möchte daher nun auch selbst etwas zurückgeben“, sagt Schulungsteilnehmer Jürgen Winkler. Der 38-Jährige, der seit einem Badeunfall selbst querschnittsgelähmt ist, weiß aus eigener Erfahrung: Oft geht viel mehr, als man sich vorstellen kann. Bettina Schmid hingegen hat die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, sich alles allein und ohne Unterstützung erarbeiten zu müssen. Das möchte sie anderen Betroffenen ersparen: „Mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen, das ich mir über die Jahre angeeignet habe, möchte ich gerne anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

 

Interessierte können einen Beratungstermin über die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der EUTB vereinbaren: telefonisch unter (0821) 40 04 909 oder per E-Mail an die Adresse teilhabeberatung@bunter-kreis.de. Weitere Informationen online unter www.bunter-kreis.de/eutb.